Nebenjob als Angestellter in Festanstellung

Folgendes ist als Angesteller in der Privatwirtschaft bei der Ausübung eines Nebenjobs zu beachten

1. Muss man als Angesteller seine Nebenerwerbstätigkeit vom Arbeitgeber genehmigen lassen?

 

Nach Artikel 12 Abs. 1 des Grundgesetzes besteht Berufsfreiheit. Daher ist für Ihren Nebenjob grundsätzlich keine Erlaubnis Ihres Arbeitgebers erforderlich. Sind in Ihrem Arbeitsvertrag zudem keine Regelungen für Nebenjobs festgehalten - können Sie daher entsprechend frei entscheiden ob Sie in Ihrer Freizeit einer Nebentätigkeit nachgehen. Ihr Nebenjob muss grundsätzlich nicht durch den Arbeitgeber genehmigt werden. Dies gilt jedoch nur für sog. erlaubnissfreie Nebenerwerbstätigkeit und nicht für eine unzulässige Nebenerwerbstätigkeit.

2. Kann mir der Arbeitgeber meine Nebenerwerbstätigkeit dennoch verbieten?

 

Ihr Arbeitgeber kann Ihnen einen zusätzlichen Nebenjob nur dann verbieten wenn Sie

- Ihrer Leistungspflicht im Hauptjob nicht mehr korrekt nachkommen da Sie Ihr Nebenjob zu stark anstrengt

- Ihre gesamte Arbeitszeit im Hauptjob und Nebenjob die vorgeschriebene wöchentliche Höchstarbeitszeit von 40 Stunden

   langfristig (kurzfristig 48 Stunden) überschreitet (§3 Arbeitszeitgesetz). Dieses Gesetz gilt nicht bei einer

   selbständigen Nebentätigkeit.    

- während Sie krank geschrieben sind, dürfen Sie einer Nebenerwerbstätigkeit nicht nachgehen

- im Erholungsurlaub der Ihnen aus dem Hauptarbeitsverhältnis zusteht

- mit Ihrer nebenberuflichen Selbständigkeit dürfen Sie nicht in Konkurrenz zu Ihrem Arbeitgeber treten

3. Muss ich meinen Arbeitgeber darüber informieren, dass ich einen Nebenjob beginnen möchte?

 

Eine Anzeigepflicht / Informationspflicht über die Aufnahme eines Nebenjobs besteht nach Rechtssprechung der Arbeitsgerichte nur wenn durch Ihre Nebentätigkeit berechtigte Interessen des Arbeitgebers bedroht sind. Nicht nur aufgrund dieser etwas schwammigen Aussage sollten Sie gebenüber Ihrem Arbeitgeber mit offenen Karten spielen und diesen vorab über die Aufnahme einer Nebenbeschäftigung informieren. Durch die Information sind Sie rechtlich auf der sicheren Seite und vermeiden, dass das Vertrauensverhältnis mit Ihrem Arbeitgeber beschädigt wird, wenn er über Umwege von Ihrer Nebentätigkeit erfährt.

4. Bei aller Freude über Ihren Nebenjob - riskieren Sie nicht Ihren Hauptarbeitsplatz!

 

Wenn Sie krank gemeldet sind dürfen Sie natürlich auch nicht in Ihren Nebenjob arbeiten. Vorsätzlicher Krankheitsmissbrauch, um etwa Zeit für den Nebenjob zu haben, ist immer ein fristloser Kündigungsgrund.

Aber auch während der Arbeitszeit für Ihren Hauptarbeitgeber dürfen Ihren Interessen aus dem Nebenjob nicht nachgehen. Emails schreiben und empfangen, telefonieren auf Firmenkosten oder Verwendung von Büromaterial und Geräten für Zwecke die Sie für den Nebenjob benötigen ziehen Abmahnungen bis hin zu Kündigung nach sich. 

Daher - bleiben Sie professionell und trennen Sie Ihren Nebenjob klar von Ihren Aufgaben im Haupterwerb. Ansonsten laufen Sie Gefahr die sichere Basis Ihrer finanziellen Existenz zu verlieren.