Minijob / 400 Euro Job

Mit mehreren Millionen Minijobs / geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen erfreuen sich die sog. 400 Euro Jobs großer und auch weiter wachsender Beliebtheit unter den Nebenjobs. Zu den typischen Tätigkeiten gehören u.a. Aufgaben im Verkauf, an der Kasse, Bedienung, Putztätigkeiten usw.. Für den Arbeitgeber bieten Minijobs eine hohe Flexibilität bei gleichzeitig geringerem Verwaltungsaufwand. Für den Arbeitnehmer sind die 400 Euro Jobs steuer- und abgabenfrei und es gilt „brutto gleich netto“.
 
 

Vorteile beim Minijob / 400 Euro Job

 
  • Mit einem Minijob lassen sich für den Arbeitnehmer Steuern und Abgaben sparen, denn Steuer- und Sozialabgaben in dieser Nebenjobart werden komplett über eine Pauschale vom Arbeitgeber entrichtet. Für den Angestellten im Minijob bedeutet dies brutto = netto. Insbesondere im Vergleich zu Überstunden im regulären Beschäftigungsverhältnis mit entsprechend hohen Steuersätzen, ergeben sich deutliche Steuervorteile.
  • Minijobs sind flexibler und einfacher zu handhaben als sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse da die Minijobs mit geringerem Verwaltungsaufwand verbunden sind. Der Arbeitgeber muss einen Minijob lediglich bei der Minijobzentrale und seiner Berufsgenossenschaft anmelden und abrechnen.
  • Ein 400 Euro Job / Minijob kann im Gegensatz z.B. zu einer kurzfristigen Beschäftigung berufsmäßig und somit dauerhaft ausgeübt werden.
 

Nachteile Minijobs / 400 Euro Job

 
  • Als 400 Euro Job Angestellter ist man in der Regel weniger fest in das Unternehmen und die Arbeitsprozesse eingebunden als festangestellte Mitarbeiter. Arbeiter auf „400 Euro“ werden oft als „flexible Reserve“ gesehen – entsprechend wird eine besonders hohe Flexibilität erwartet und je nach Art der Tätigkeit werden die 400 Euro Kräfte zum Teil in erster Linie in stressigen Spitzenzeiten eingesetzt.
  • Der Arbeitgeber hat durch die vereinfachte Abrechnung des Minijobs mit der Minijobszentrale zwar weniger Verwaltungsaufwand, allerdings muss er etwas über 30 Prozent Pauschalabgaben entrichten. Somit ist die Abgabenbelastung des Arbeitgebers bei einem Minijob höher als bei einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis.
 

Regeln für Minjobs / 400 Euro Jobs

Verdienstgrenze:

 
Der Verdienst bei einem Minijob ist auf 400 Euro im Monat begrenzt. Nach § 8 Absatz 1 Satz 1 Sozialgesetzbuch (SGB) IV liegt „eine geringfügige Beschäftigung“ nur dann vor, wenn das Arbeitsentgelt regelmäßig im Monat 400 Euro nicht übersteigt. Eine Begrenzung der Arbeitszeit ist bei einem Minijob nicht vorhanden. Stundenlöhne für den Nebenjob werden ebenfalls nicht vorgeschrieben.
Im Gegensatz z.B. eines Nebenjobs als kurzfristige Beschäftigung, kann der 400 Euro Job / Minijob dauerhaft ausgeübt werden.
 
Flexibilität der Verdienstgrenze im Minijob:
Ein zeitweises Überschreiten der monatlichen 400 Euro Verdienstgrenze ist auch ohne den Verlust des Status als Minijob möglich. Werden die 400 Euro in einzelnen Monaten überschritten, muss der Verdienst im Minijob in anderen Monaten entsprechend darunter liegen. In Summe darf die Grenze beim Jahresverdienst im Minijob allerdings nicht 4.800 Euro überschreiten.
In unvorhersehbaren Ausnahmesituationen kann allerdings auch die Jahresgrenze von 4.800 Euro überschritten werden (z.B. Mehrarbeit bei einer unvorhersehbaren Erkrankung eines Kollegen; nicht möglich ist es aber z.B. bei vorhersehbarer Urlaubsvertretung). Dies sollte zur Sicherheit vorab mit der Minijobzentrale abgeklärt werden.
 
Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld werden bei der Obergrenze von 4.800 Euro mit berücksichtigt. Entsprechend müssen diese Zahlungen beim Berechnen der Verdienstgrenze mit einkalkuliert werden. Bei einem Überschreiten der Verdienstgrenze verliert das Beschäftigungsverhältnis den Status als Minijob. Nachzahlungen von Abgaben und Steuern wären die Folge.
Nicht als Einkommen verrechnet werden z.B.: Sachleistungen wie Gutscheine zum Tanken oder für die Fahrkarte, aber auch z.B. Büchergutscheine. Für steuerfreie Sachleistungen liegt die monatliche Obergrenze bei 44 Euro.
Nacht- Sonn- und Feiertagszuschläge bleiben teilweise steuerfrei bzw. anrechnungsfrei.
Trinkgeld bleibt bei der Lohnabrechnung auch im Nebenjob grundsätzlich immer außen vor.
 

Steuern beim Minijob:

 
Für den Arbeitnehmer ist der Minijob in der Regel steuerfrei.
Voraussetzung für die Steuerfreiheit des Nebenjobs, ist dass der Arbeitgeber die Steuerpauschale in Höhe von 2 Prozent an die Minijobzentrale entrichtet. Liegen die Einkünfte unterhalb der Freibeträge des steuerlichen Existenzminimums (8.004 Euro p.a.) können diese 2 Prozent Steuerpauschale eingespart werden. Dann aber erfolgt die Anmeldung des Minijobs über eine Lohnsteuerkarte mit einem entsprechend etwas höherem Verwaltungsaufwand.
Angestellte mit einem Haupteinkommen und hohen Steuersätzen profitieren besonders von der Steuerfreiheit der Minijobs. Der Verdienst aus dem Minijob wird nicht mit anderen Einkommen z.B. aus der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet. Der Minijob darf allerdings nicht beim selben Arbeitgeber wie die Hauptbeschäftigung erfolgen.
 

Sozialabgaben beim Minijob:

 
Für den Arbeitnehmer im Minijob fallen in der Regel keine Sozialabgaben an.
 
Der Arbeitgeber bezahlt bei Minijobs mehrere Pauschalabgaben für Steuern und Sozialversicherungen in Höhe von etwas über 30 Prozent.
 
Diese umfassen für die Sozialversicherungen aktuell:
gesetzliche Rentenversicherung       15 Prozent
gesetzliche Krankenversicherung    13 Prozent
gesetzliche Unfallversicherung ca.  1,3 Prozent
 
Hinzu kommt noch eine Steuerpauschale von 2 Prozent.
 
Die Pauschalabgaben für den Minijob werden an die Minijobzentrale abgeführt. Die Minijobzentrale wiederum leitet die Gelder an die einzelnen Sozialversicherungsträger und das Finanzamt weiter.
Bei privat Krankenversicherten, die einen Nebenjob auf 400 Euro Basis nachgehen, können Arbeitgeber die Pauschale von 13 Prozent für die gesetzliche Krankenversicherung einsparen.
 
Besteht ein Anspruch auf Familienmitversicherung, bleibt dieser auch bei Aufnahme eines 400 Euro Jobs erhalten. Somit ist man trotz Minijob weiterhin kostenfrei in der Krankenversicherung mitversichert.
 
Für Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung werden keine Beiträge entrichtet
 
Bei Werkstudenten sind nach § 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB für den Minijob lediglich die 2 Prozent Steuerpauschale abzuführen. Da keine Pauschalabgaben für Sozialversicherung bei Studenten im Minijob entrichtet werden müssen, stellen Studenten daher für die Arbeitgeber besonders günstige Mitarbeiter dar.
 
Frührentner und Erwerbsminderungsrentner dürfen mit einem Minijob max. 350 Euro einnehmen.
 
 

Ansprüche an die Sozialversicherungen im Minijob:

 
Die vom Arbeitgeber zu entrichtenden Zahlungen an die Rentenversicherungskasse bauen Rentenansprüche auf. Aufgrund des vergleichsweise niedrigen Einkommens im Minijob sind diese allerdings nicht sonderlich hoch und betragen je nach Verdiensthöhe lediglich wenige Euro.
Gegen geringe, freiwillig entrichtete Aufstockungsbeiträge lassen sich die Rentenansprüchen durch den Arbeitnehmer allerdings deutlich erhöhen.
Obwohl der Arbeitgeber Beiträge an die gesetzliche Krankenversicherung entrichtet, entstehen keine Ansprüche aus der Krankenversicherung für den Angestellten im 400 Euro Job.
 
Im Krankheitsfall gelten im Nebenjob die Regeln für Entgeltfortzahlung. Auch als Angestellter auf 400 Euro Basis besteht bei unverschuldeter Erkrankung für den Zeitraum von 6 Wochen ein Anspruch auf Zahlung von Krankengeld.
 
Der Arbeitgeber entrichtet Beiträge für die gesetzliche Unfallversicherung an die jeweilige Berufsgenossenschaft für seinen Angestellten im Minijob. Im Minijob besteht entsprechend Versicherungsschutz bei Arbeitsunfällen oder Unfällen auf dem Weg zur Arbeit.
 
 

Minijob in privaten Haushalten:

 
Minijobs in privaten Haushalten bilden eine Sonderrolle bei den geringfügigen Beschäftigungen. Politisch gewollt sollen Tätigkeiten im Bereich „haushaltsnahe Dienstleistungen“ vor dem Verdacht auf Schwarzarbeit geschützt werden. Entsprechend sind Minijobs im privaten Bereich von der Abgabenlast deutlich besser gestellt als gewerbliche Minijobs.
Die pauschalen Abgaben für den privaten Arbeitgeber belaufen sich lediglich auf 12 Prozent sowie einer geringen Umlage für Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Insgesamt umfasst die Abgabenpauschale für Minijobs in Privathaushalten lediglich ca. 13,7 Prozent.
 
Zudem können private Auftraggeber von Minijobs 10 Prozent der Kosten des Minijobs für haushaltsnahe Dienstleistung direkt von der tatsächlichen Steuerverpflichtung abziehen!
Bei Kinderbetreuung lassen sich die Kosten als Werbungskosten oder Sonderausgabe steuerlich sogar noch besser geltend machen.
 
Der Arbeitnehmer im Minijob bekommt wie im gewerblichen Bereich den Bruttolohn komplett ausgezahlt (brutto=netto).
Das Meldeverfahren für den Arbeitgeber wurde zusätzlich gegenüber den gewerblichen Bereich vereinfacht.
Auch die Verdienstregeln sind entsprechend wie beim Minijob im gewerblichen Bereich. Es können max. 400 Euro im Monat bzw. 4.800 Euro im Jahr durch den Minijob verdient werden.
Die Tätigkeiten eines Minijobs im privaten Haushalt beschränken sich auf Arbeiten die ansonsten üblicherweise von Haushaltsmitgliedern getätigt werden. Hierunter fallen typische Haushaltstätigkeiten wie Putzen, Bügeln, Kochen, Gartenarbeit, Kinderbetreuung, Betreuung, Krankenpflege oder auch Tätigkeiten eines Hausmeisters im privaten Bereich.
Unternehmen können keine Minijobs mit den Regelungen eines privaten Haushaltes ausführen.
 
 

Minijob in Kombination:

 
Die Regeln für die Kombination von Minijobs mit anderen Nebenjobs oder einer Haupttätigkeit sind flexibel und bieten viele Möglichkeiten.

Mehrere Minijobs:

Unproblematisch ist es mehrere Minijobs gleichzeitig zu haben – insgesamt darf allerdings auch in diesem Fall das Einkommen aus der Summe aller Minijobs die Grenze von 400 Euro bzw. wie oben beschrieben 4.800 Euro pro Jahr nicht überschreiten. Bei einem Überschreiten werden sämtliche Arbeitsverhältnisse steuer- und sozialversicherungspflichtig.
Eine Kombination aus mehreren Minijobs ist allerdings nur möglich, wenn keiner sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgegangen wird!

Minijob neben Hauptbeschäftigung:

Wird bereits einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgegangen, darf lediglich ein Minijob ausgeübt werden um in den Genuss eines steuerfreien und sozialabgabenfreien Nebenjobs zu kommen.
Werden weitere Minijobs angenommen, so werden diese der sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit hinzugerechnet und sind damit nicht mehr steuerfrei und abgabenfrei, selbst wenn man die Verdienstgrenze von 400 Euro p.M. nicht überschreitet.
 

Minijob und andere Nebenjobs:

Ein Minijob kann mit anderen Nebenjobs kombiniert werden. Sowohl kurzfristige Beschäftigung, Midijob oder auch eine selbständige Nebentätigkeit können parallel zu einem Minijob mit den jeweiligen Vorteilen genutzt werden.