Kurzfristige Beschäftigung / kurzfriste Nebentätigkeit im Überblick

Eine kurzfristige Beschäftigung / kurzfristige Aushilfe bzw. auch "Saisonbeschäftigung" ist eine Nebentätigkeit die vorab zeitlich begrenzt ist.  Eine kurzfristige Tätigkeit kann max. 2 Monate oder 50 Arbeitstage im Jahr ausgeübt werden.
 

Vorteile kurzfristige Tätigkeit:

 
Der große Vorteil für ein kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis liegt darin, dass über einen bestimmten Zeitraum eine unbegrenzt hohe Summe (keine Verdienstobergrenze) sozialabgabenfrei verdient werden kann. Dadurch erhöht sich der tatsächliche ausbezahlte (Netto-)Verdienst im Nebenjob für eine kurzfristige Aushilfstätigkeit.
Auch der Arbeitgeber kann mit dem Arbeitsverhältnis als kurzfristige Aushilfe einen Großteil der Sozialabgaben einsparen, da der Arbeitgeber lediglich reduzierte Sozialabgaben entrichten muss.
 

Nachteile kurzfristige Tätigkeit:

 
Eine kurzfristige Beschäftigung kann nur über begrenzte Zeit im Jahr ausgeübt werden. Zudem darf es sich bei der kurzfristigen Beschäftigung ausschließlich um eine Nebenbeschäftigung handeln. Weitere Regeln sind zu beachten.
 

Regeln für kurzfristige Aushilfe:

 
Bei einer Tätigkeit als kurzfristige Aushilfe darf grundsätzlich in unbegrenzter Höhe verdient werden.
Lediglich die Dauer der Beschäftigung ist zeitlich begrenzt. Als „kurzfristig“ werden zeitlich begrenzte oder unerwartete Aushilfstätigkeiten verstanden. Hierunter fallen nebenzeitlich begrenzten Arbeitsverhältnissen auch unterschiedliche Tätigkeiten in Vertretung (Urlaubsvertretungen, Schwangerschaftsvertretungen).
Eine kurzfristige Beschäftigung liegt nach § 8 Abs. 1 Satz 1 SGB IV nur dann vor, wenn diese Tätigkeit max. 2 Monate oder 50 Arbeitstage umfasst und von ihrer Art oder durch Vereinbarung vorab zeitlich begrenzt ist.
Die 2 Monate Regelung bezieht sich auf Aufhilfsjobs mit mindestens 5 Arbeitstagen pro Woche. Das bedeutet wenn die kurzfristige Bechäftigung auf 2 Monate begrenzt ist, dürfen innerhalb der 2 Monate auch mehr als 50 Tage gearbeitet werden.
Wird der kurzfristigen Nebentätigkeit mit weniger als 5 Tagen pro Woche nachgegangen so bezieht sich die Obergrenze auf 50 Arbeitstage die auf das Jahr verteilt werden können.
 
Werden mehrere kurzfristige Tätigkeiten bei unterschiedlichen Arbeitgebern ausgeübt, so gilt hier entsprechend ebenfalls, dass die Grenzen in Form von 2 Monaten oder 50 Arbeitstagen in Summe nicht überschritten werden dürfen.
Bei einem Überschreiten der Zeitgrenzen von 2 Monaten oder 50 Arbeitstagen werden für die überschrittene Arbeitszeit Sozialabgaben in voller Höhe fällig.
 
Wichtig ist weiter, dass die kurzfristige Beschäftigung vorab zeitlich klar begrenzt ist. Dies kann durch einen entsprechenden Arbeitsvertrag erfolgen. Eine kurzfristige Tätigkeit darf zudem nicht regelmäßig erfolgen. Dies bedeutet, dass nicht jedes Jahr erneut die gleiche Tätigkeit durchgeführt werden darf. Ist die Arbeit regelmäßig verliert man den Status der kurzfristigen Beschäftigung. Daher dürfen Arbeitsverträge nicht über mehrere Jahre geschlossen werden.
 
Eine kurzfristige Beschäftigung darf nicht berufsmäßig durchgeführt werden. Hierunter ist zu verstehen, dass eine kurzfristige Tätigkeit nicht zur nachhaltigen Sicherung des Lebensunterhalts dienen darf. Unproblematisch ist diese Bedingung bei Arbeitnehmern die hauptsächlich einer anderen Tätigkeit nachgehen wie z.B. bei Schülern, Studenten, Rentnern oder auch Hausfrauen bzw. Hausmännern.
Arbeitslose dagegen können die kurzfristige Beschäftigung nicht sozialabgabenfrei nutzen. Gleiches gilt für Fachoberschüler, Zivildienst- oder Wehrdienstleistende sowie Arbeitnehmer in der Elternzeit.
 

Kurzfristige Beschäftigung in Kombination:

 
Es ist durchaus möglich unterschiedliche kurzfristige Tätigkeiten in einem Jahr auszuüben, solange die zeitliche Obergrenze von 50 Tagen bzw. 2 Monaten bezogen rein auf die kurzfristigen Tätigkeit nicht überschritten wird. Es kann auch bei unterschiedlichen Arbeitgebern eine kurzfristige Tätigkeit ausgeübt werden.
Die kurzfristige Beschäftigung kann mit einem Minijob oder der Übungsleiterpauschale kombiniert werden. Ebenfalls ist eine Kombination mit einer regulären Beschäftigung oder Midijob möglich. Allerdings darf die kurzfristige Tätigkeit dann nicht beim selben Arbeitgeber wie die reguläre Beschäftigung erfolgen.
 

Anmeldeverfahren kurzfristige Beschäftigung:

 
Der Arbeitgeber muss den Angestellten für eine kurzfristige Tätigkeit bei der Minijobzentrale an- bzw. wieder abmelden. Die Verdiensthöhe ist nicht anzugeben.
Wichtig ist, dass der Arbeitgeber darüber informiert wird, ob im Kalenderjahr bereits eine kurzfristige Beschäftigung ausgeübt wurde um ein Überschreiten der generellen Zeitgrenzen zu vermeiden.
Dass es sich um ein kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis handelt, muss ausdrücklich vertraglich festgehalten werden. Andernfalls wird die Beschäftigung als reguläres Arbeitsverhältnis eingestuft. Wichtig ist zudem, dass der aktuelle Status des kurzfristig Beschäftigen festgehalten wird (Schüler, Student, Rentner usw.)
 

Sozialabgaben als kurzfristige Aushilfe:

 
Wie bereits beschrieben, ist der Verdienst für kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse sozialabgabenfrei. Hierin liegt der große Vorteil für eine kurzfristige Beschäftigung.
Der Arbeitgeber zahlt für eine kurzfristige Beschäftigung lediglich Beiträge in die gesetzliche Unfallversicherung sowie Umlagen zur Lohnfortzahlung bei Krankheit. Lohnfortzahlung erfolgt erst nach einem bereits mind. vier Wochen bestehendem Arbeitsverhältnis.

Steuern bei kurzfristiger Beschäftigung:

 
Der Verdienst durch eine kurzfristige Beschäftigung ist ganz normal zu versteuern. Bis zu einem Jahresverdienst für Alleinstehende von 8.004 Euro bleiben die Einkünfte komplett steuerfrei. Eine Steuerkarte muss entsprechend vorgelegt werden. Alternativ kann auch ohne Steuerkarte, dann allerdings mit einer Pauschalversteuerung von 25 Prozent gearbeitet werden.

 

Sonderfall kurzfristige Beschäftigung ohne Lohnsteuerkarte:

 
Nach § 40a Abs. 1 und 4 kann der Arbeitgeber eine kurzfristige Aushilfe auch mit einer an das Finanzamt abzuführenden Steuerpauschale von 25 Prozent beschäftigen. Das Einkommen aus der kurzfristigen Tätigkeit wird in diesem Fall nicht auf der Lohnsteuerkarte bzw. im Einkommenssteuerbescheid erfasst.
Möglich ist dies lediglich wenn die Arbeitstätigkeit nicht an mehr als an 18 zusammenhängenden Arbeitstagen ausgeübt wird. Der Stundenlohn darf 12 Euro brutto, der Tageslohn 65 Euro brutto nicht übersteigen.
Die Pauschalversteuerung macht lediglich bei höheren Einkommensteuersätzen Sinn.
 

Sonderfall Nebenjob / kurzfristige Beschäftigung in der Land- und Forstwirtschaft:

 
Findet die Aushilfstätigkeit in rein landwirtschaftlichen oder forstwirtschaftlichen Bereichen statt, kann nach § 40a Abs. 3 bis zu einem halben Jahr ohne Lohnsteuerkarte gearbeitet werden. In diesem Fall ist der Arbeitgeber verpflichtet lediglich 5 Prozent des Arbeitslohns als Pauschale an das Finanzamt abzuführen. Für den Arbeitnehmer als kurzfristige Aushilfe entstehen keine weiteren Steuerlasten. Zu den landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Tätigkeiten zählen z.B. Erntehilfsarbeiten oder Gartenbauarbeiten.